Texte und Gedanken

Mittwoch, 16. April 2008

Wer dem Tod ins Auge blickt

"Wir sollten aufhören, so viel Angst vor dem Tod zu haben, das macht uns seltsam lebensuntüchtig. Nur wer dem Tod ins Auge blickt, kann mit voller Lebenslust leben."
Doris Dörrie

Samstag, 26. Januar 2008

Das Sterben eines Menschen

bleibt als wichtige Erinnerung zurück bei
denen, die weiterleben.
Aus Rücksicht auf sie, aber auch aus Rücksicht auf den Sterbenden
ist es unsere Aufgabe, einerseits zu wissen, was Schmerz und Leiden verursacht, andererseits zu wissen, wie wir diese Beschwerden effektiv behandeln können.
Was immer in den letzten Stunden geschieht, kann viele Wunden heilen, aber auch in unerträglicher Erinnerung verbleiben ...
Cicely Saunders

Quelle: Palliative Care Lehren + Lernen + Leben

Dienstag, 1. Januar 2008

Die Angst vor dem Sterben

„Es bleibt wohl eine unserer Illusionen, zu glauben, ein Leben ohne Angst leben zu können; sie gehört zu unserer Existenz und ist eine Spiegelung unserer Abhängigkeiten und des Wissens um unserer Sterblichkeit“
(Riemann 2006: 7).

Quelle: Riemann, F. (2006): Grundformen der Angst. München, Basel: Reinhardt Verlag

Sonntag, 16. September 2007

Liebe ohne Bedingungen

Ist Lieben eine Kunst? Wenn es das ist, dann wird von dem, der diese Kunst beherrschen will, verlangt, dass er/sie etwas weiss und dass er/sie keine Mühe scheut. Oder ist die Liebe nur eine angenehme Empfindung, die man rein zufällig erfährt, etwas, was einem sozusagen „in den Schoss fällt“, wenn man Glück hat?
Die Ausübung einer jeden Kunst hat gewisse allgemeine Voraussetzungen. Ich werde es nie zu etwas bringen, wenn ich nicht diszipliniert vorgehe. Mache ich nur dann etwas, wenn ich gerade „in Stimmung“ bin, so kann das für mich ein nettes oder unterhaltsames Hobby sein, doch niemals werde ich in dieser Kunst ein Meister werden.

Bedingungslose Liebe ist wohl höchste Lebenskunst und erfordert fast „übermenschliche Anstrengungen“, was viel Arbeit an sich selbst erfordert.

herz_im_sand
Quelle: pixelio.de

Der folgende sehr schöne Text, fand ich bei papassita (Liebesblüte)

ICH LIEBE/NEHME
dich so, wie du bist, als denjenigen, der seinen eigenen individuellen Weg sucht, um in Beziehung zur Welt zu treten. Ich achte deine Entscheidung, so zu lernen, wie es sich für dich richtig anfühlt.

ICH WEISS, daß es wichtig ist, daß du der Mensch bist, der du sein willst, und nicht so, wie ich oder andere Menschen glauben, daß du «sein solltest». Ich bin mir bewußt, daß ich nicht weiß, was für dich am besten ist, obwohl ich das zuweilen zu wissen glaube. Ich stehe nicht an deinem Platz und sehe das Leben nicht von deiner Warte. Ich weiß nicht, was du lernen willst, wie du es lernen willst, mit wem und in welchem Zeitraum. Ich kann dein Leben nicht durch deine Augen sehen; wie sollte ich wissen, was du brauchst?

ICH ERLAUBE dir, in der Welt zu sein, ohne deine Handlungen in Gedanken oder Worten zu beurteilen. Ich finde keinen Irrtum in dem, was du sagst und tust. Von meinem Standpunkt aus erkenne ich, daß es viele Arten gibt, die unterschiedlichen Facetten unserer Welt wahrzunehmen und zu erfahren. Ohne Einschränkungen gestehe ich dir in jedem Augenblick alle Entscheidungen zu, die du treffen magst. Ich beurteile sie nicht, denn wenn ich dir das Recht auf deine Entwicklung streitig machen wollte, dann würde ich es auch mir und allen anderen verweigern.

JENEN MENSCHEN, die einen Weg wählen, den ich nicht gehen möchte und dem ich weder meine Kraft noch meine Energie widmen will, werde ich nie das Geschenk der Liebe entziehen, das mir Gott für die ganze Schöpfung ins Herz gelegt hat. So, wie ich dich liebe, werde ich geliebt werden. Was ich säe, werde ich ernten.

ICH GESTEHE dir das universelle Recht des freien Willens zu, um deinen eigenen Weg zu gehen, voranzuschreiten oder auch eine Weile auszuruhen, wenn das für dich richtig ist. Ich werde nicht darüber urteilen, ob die Schritte, die du gehst, groß oder klein, leicht oder schwer sind oder nach oben oder nach unten führen, denn ich habe nur meine eigene Sichtweise.

ICH DENKE vielleicht, daß du nichts tust und halte dich für unwürdig, und doch kann es sein, daß du viel Heilung bringst, indem du, gesegnet vom Lichte Gottes, einfach dastehst. Ich kann das höhere Bild der göttlichen Ordnung nicht immer erkennen.

DENN ES IST das unveräußerliche Recht allen Lebens, die eigene Entwicklung zu bestimmen, und mit großer Liebe achte ich dein Recht, deine Zukunft zu wählen. In Demut beuge ich mich der Erkenntnis, daß der Weg, den ich als den besten für mich sehe, nicht auch der beste für dich sein muß. Ich weiß, daß du von der ICH-BIN-Gegenwart geführt wirst und deiner eigenen Begeisterung folgst, die dich deinen Weg erkennen läßt.

ICH WEISS, daß die vielen Nationen, Völker, Religionen, Gebräuche und Glaubenssysteme in unserer Welt großen Reichtum bedeuten. Wir können die große Vielfalt nutzen und aus ihr lernen. Ich weiß, daß jeder von uns auf seine einzigartige Weise lernt, um für die gesamte Menschheit Liebe und Weisheit zu gewinnen. Wenn es nur eine einzige Möglichkeit gäbe, etwas zu tun, gäbe es auch nur einen einzigen Menschen.

ICH WILL dich nicht nur dann lieben, wenn du dich so verhältst, wie es mir paßt, oder an Dinge glaubst, an die ich glaube. Ich weiß, daß du wahrhaft mein Bruder oder meine Schwester bist, auch wenn du an einem anderen Ort geboren bist und an einen anderen Gott glaubst.

DIE LIEBE, die ich fühle, gilt allen Lebewesen in Gottes Welt. Ich weiß, daß jedes Lebewesen ein Teil Gottes ist, und ich empfinde tief in meinem Innern Liebe für jeden Menschen, jedes Tier, jeden Baum und jede Blume, jeden Vogel, jeden Fluß und jedes Meer und für alle Kreaturen dieser Welt.

ICH LEBE mein Leben in liebevollem Dienst und gebe das Beste, dessen ich fähig bin. So werde ich weiser in der Vollkommenheit der göttlichen Wahrheit und glücklicher in der Freude der BEDINGUNGSLOSEN LIEBE.

Autor unbekannt

Sonntag, 15. Juli 2007

Die Angst vor dem Tod, eine Hypothese von E. Fromm

„Die Angst vor dem Tod wächst mit dem Gefühl, nicht richtig lebendig gewesen zu sein, das heisst, ein Leben geführt zu haben, das ohne Freude und Sinn war. Ein Mensch, der wirklich lebendig ist, hat keine Angst vor dem Tod, weil er seine Identität in seinem Sein und seiner inneren Aktivität findet. Dagegen orientieren sich all jene, die sich wie die meisten in unserer Kultur mit dem, was sie haben, identifizieren (mit ihrem materiellen Besitz, ihrer gesellschaftlichen Stellung, ihrem Prestige, ihrer Macht usw.) an der Devise: »Ich bin was ich habe.« Ihr selbst ist die Summe dessen, was sie haben, und ihr kostbarer Besitz ist ihr Ich, ihre Person. Alle grossen humanistischen Denker der verschiedenen Religionen sind sich darin einig: Diejenigen haben am meisten Angst vor dem Tode, die nicht ganz lebendig sind und die ganz von sich selbst erfüllt sind, während für die, welche ihr Ich transzendieren, der Tod tatsächlich seinen Schrecken verliert“
(Fromm 1999: 396).

Quelle: Fromm, E. (1999): Band 9: Sozialistischer Humanismus und humanistische Ethik. München: Deutscher Taschenbuch Verlag

Samstag, 2. Juni 2007

Tod fürchten...

"Nicht den Tod sollte man fürchten, sondern dass man nie beginnen wird, zu leben."
Marcus Aurelius

Dienstag, 27. Februar 2007

"Bleib du bei mir,

wenn diese Nacht
kein Ende nehmen will
und teile meine Angst
und meinen Schmerz
vor dieser schweren Stunde.

Bleib du bei mir,
wenn ich die letzte
Schwelle überschreite
und ich all jene Menschen,
die ich so sehr liebe,
endgültig nun verlassen muss".
(Spilling-Nöker 2002)

Freitag, 23. Februar 2007

Der Tod ist ein natürlicher Teil des Lebens

und wir alle müssen uns ihm früher oder später stellen. Ich sehe zwei Möglichkeiten, wie wir mit dem Tod umgehen können, solange wir noch leben. Wir können ihn entweder ignorieren oder wir können uns der Aussicht auf unseren eigenen Tod stellen und beginnen − indem wir uns eingehend mit ihm befassen −, das Leiden zu vermindern, das er uns bringen kann. Wir können ihn aber in keinem Fall umgehen.
Dalai Lama, 1992

Quelle: Rinpoche S (2004) Das tibetische Buch vom Leben und vom Sterben

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