Entwicklung und Stand der Hospizarbeit und Palliative Care in Europa
Das St. Christopher's Hospice in London gilt als Ausgangspunkt der modernen Hospizbewegung ( Beginn 1967). Die Hospizidee breitete sich in Grossbritannien rasch aus, viele andere Länder schlossen sich dieser Bewegung an. 1974 nahm das erste Hospital-Support-Team im St. Louis Hospital in New York seine Arbeit auf. 1975 wurde die weltweit erste Palliativstation am Royal Victoria Hospital (Kanada) eröffnet. Ebenfalls 1975 entstand im St. Louis Hospice in Sheffield (Grossbritannien) das erste Day Care Centre. Inzwischen hat sich die Hospizidee in über 80 Ländern der Welt ausgebreitet. Während in Grossbritannien bereits kurze Zeit nach Eröffnung des ersten Hospizes die Idee zu einer Bewegung wurde, dauerte es in fast allen anderen europäischen Ländern bis Ende der 80er Jahre bzw. Anfang der 90er Jahre, ehe sich aus Einzelinitiativen eine Dynamik entwickelte.
Deutschland
Schon Ende der 60er-Jahre gab es über Seelsorger und Ärzte erste Kontakte zwischen Deutschland und den britischen Hospizen. Es dauerte aber bis Anfang der 80er-Jahre, ehe die Hospizidee in Form einer Palliativstation erstmals stationär umgesetzt wurde. Erst Ende der 80er- und Anfang der 90er-Jahre wurde aus den zaghaften Versuchen eine Bewegung. Die erste Professur für Palliativmedizin wurde im Wintersemester 1999/2000 an der Universität Bonn eingerichtet, eine weitere vier Jahre später in Aachen und eine dritte 2004 in Köln. Der Bundestag legte 2002 fest, den Begriff Palliativmedizin in die Ausbildung der Ärzte aufzunehmen. Die Disziplin ist aber leider nicht als Pflichtlehr- und Prüfungsfach berücksichtigt worden, sondern nur als optionales Fach. 2003 hat die Bundesärztekammer eine neue Weiterbildungsordnung verabschiedet, Palliativmedizin als eigenständige Zusatzweiterbildung anzuerkennen. Die Zusatzweiterbildung wurde von der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin empfohlen und beantragt. Diese umfasst in Ergänzung zu einer Facharztkompetenz die Behandlung und Begleitung von palliativmedizinischen Patienten.
Frankreich
Wie in Deutschland begann die Palliativmedizin in Frankreich zunächst zögerlich Ende der 70er-Jahre mit der öffentlichen Debatte um den als unwürdig erachteten Umgang mit dem Sterben und dem Tod in Krankenhäusern. Die erste Palliativstation wurde 1987 in Paris eröffnet. Entscheidende Förderung erhielt die Palliativmedizin 1991 durch das Krankenhausreformgesetz, indem sie neben der Prävention und der Heilung zur dritten Aufgabe der öffentlichen Krankenhäuser erklärt wurde. Palliativmedizin ist in Frankreich kein eigenständiges Fachgebiet und es gibt dafür keine Lehrstühle an den französischen Universitäten. Landesweit bieten seit 2004 alle Universitäten Module in Schmerztherapie und Palliativmedizin an, die Inhalte dieser Unterrichtseinheiten sind prüfungsrelevant. Als berufsbegleitende interdisziplinäre Fortbildung bieten 24 Universitäten ein «Diplôme Interuniversitaire de Soins Palliatifs» an.
Grossbritannien
Das 1967 in London gegründete St. Christopher's Hospice wird weltweit als das erste Hospiz der modernen Hospizbewegung angesehen. Die Hospizbewegung entwickelte sich in Grossbritannien von diesem Zeitpunkt an sehr rasch, sei es stationär, teilstationär oder ambulant. Alle medizinischen Fakultäten unterrichten Palliativmedizin, wobei das zeitliche Angebot sehr unterschiedlich ist, im Schnitt beträgt die Unterrichtszeit 20 Stunden. Seit 1987 ist die Palliativmedizin ein eigenständiges Fachgebiet und es besteht ein grosses Angebot für Aus-, Weiter- und Fortbildung. Zurzeit gibt es elf Lehrstühle für Palliativmedizin.
Niederlande
Bis 1995 gab es in den Niederlanden nur Einzelinitiativen, die die Palliativmedizin vorantrieben. Die innenpolitische Kritik an der Euthanasiepraxis hat die niederländische Regierung veranlasst, mehr Gewicht auf die Entwicklung der Palliativmedizin zu legen. Es werden nicht neue Institutionen wie Hospize errichtet, man legt vielmehr Wert darauf, die Hospizidee in bestehenden Einrichtungen zu verankern. Bisher wurden drei Lehrstühle für Palliativmedizin eingerichtet in Rotterdam, Nijmegen und Amsterdam. Palliativmedizin ist in den Niederlanden kein eigenständiges Fachgebiet, wird aber an einigen Universitäten unterrichtet, allerdings ohne einheitliches Curriculum. Im Gegensatz zu allen anderen Palliativgesellschaften hat die Niederländische Palliativgesellschaft sich nicht eindeutig gegen die Euthanasie ausgesprochen. Sie geht bisher davon aus, dass Palliativmedizin und Euthanasie sich nicht gegenseitig ausschliessen. In dieser Hinsicht unterscheidet sich die Einstellung der Niederländer und auch der Belgier wesentlich von allen anderen europäischen Ländern. Das Ministerium für Gesundheit hofft, durch eine Weiterentwicklung der Palliativmedizin die Anzahl der Euthanasiefälle zu verringern.
Norwegen
Norwegen hat sich frühzeitig der Palliativmedizin zugewandt und von Anfang an den grössten Wert auf Aus- und Fortbildung gelegt. Seit 1984 erhalten alle norwegischen Studenten an den Universitäten die Grundprinzipien der Palliativmedizin vermittelt und Palliativmedizin ist an allen Universitäten Pflichtlehr- und Prüfungsfach, allerdings nach unterschiedlichen Curricula. Auch müssen seit 1984 alle approbierten Ärzte Fortbildungen in der Palliativmedizin nachweisen. Seit dem Wintersemester 2003/2004 wird der Nordic Spezialist Course in Palliative Medicine angeboten, ein multinationales Fortbildungsdiplom. Beteiligt daran sind Dänemark, Finnland, Island, Norwegen und Schweden. Ein weiterer Schwerpunkt war die Einführung von Support-Teams zur Unterstützung der ambulanten und stationären Versorgung. Da der Schwerpunkt im ambulanten Bereich und bei den Konsiliarteams liegt, wurde die erste Palliativstation erst 1995 eröffnet. Die erste Ernennung eines Professors für Palliativmedizin erfolgte in Norwegen 1994, weitere sollen eingerichtet werden.
Österreich
Die Hospizbewegung und die Palliativmedizin haben sich in Österreich erst spät entwickelt. Das erste Hospiz wurde 1991 in Wien eröffnet. In den letzten Jahren haben die Hospizbewegung und die Palliativmedizin eine enorme Entwicklung durchgemacht. 1993 wurde der Dachverband Hospiz Österreich gegründet und 1999 die Österreichische Palliativgesellschaft, die zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin die Zeitschrift für Palliativmedizin herausgibt. Inzwischen gibt es in Österreich ein intensives Aus-, Fort- und Weiterbildungsangebot. Das Institut Forschung und Fortbildung der Universitäten Klagenfurt, Wien, Innsbruck und Graz (IFF) bietet weiterhin sehr etabliert einen Lehr- und Forschungsschwerpunkt Palliative Care und Organisations-Ethik an. Palliativmedizin ist in Österreich kein eigenständiges Fachgebiet und es gibt bisher keinen Lehrstuhl für Palliativmedizin.
Polen
Polen hat sich sehr frühzeitig mit der Hospizidee und der Palliativmedizin auseinander gesetzt. Die Polnische Gesellschaft für Palliativmedizin wurde 1989 gegründet. Palliativmedizin ist ein eigenständiges Fachgebiet und es wurden sechs Lehrstühle für Palliativmedizin eingerichtet. Elf der zwölf medizinischen Fakultäten bieten Unterricht in Palliativmedizin an, an den meisten Fakultäten ist dieser Teil der Ausbildung obligatorisch und Prüfungsgegenstand. Ebenfalls wurde Palliativmedizin in den Pflegeausbildungen verankert. Die Entscheidungsträger im polnischen Gesundheitssystem haben ein grosses Interesse an einer weiteren Förderung der Palliativmedizin. So gibt es seit 2003 ein neues Gesetz über die Gesundheitsversorgung, das die Sicherstellung von Palliative Care fordert und regelt, dass der Nationale Gesundheitsfond im Regelfall auch in nichtstaatlichen Einrichtungen die Kosten zu tragen hat.
Schweden
Die Palliativmedizin begann in Schweden in den 70er-Jahren, hat sich aber seit Anfang der 90er-Jahre so rasch weiterentwickelt, dass es nicht möglich ist, einen vollständigen Überblick über die bestehenden Institutionen und Programme zu geben. Die Versorgung von Patienten im fortgeschrittenen Stadium von Erkrankungen liegt in der Verantwortung der Gemeinden und ist somit primär Teil des Gesundheitswesens. Die Betreuung zu Hause hat zum Teil einen hohen Standard erreicht, da sich die Hausbetreuungsdienste während der 90er-Jahre sehr weit entwickelt haben. Studenten erhalten rund zehn Stunden Unterricht in Palliativmedizin. Palliativmedizin ist in Schweden kein eigenständiges Fachgebiet. Es gibt aber eine grosse Anzahl von Ausbildungsprogrammen für alle in die Palliativmedizin involvierten Berufsgruppen. 1997 wurde der erste Lehrstuhl für Palliativmedizin an der Universität Linköping eingerichtet. Inzwischen hat die schwedische Regierung offiziell beschlossen, der Palliativmedizin im Gesundheitssystem die gleich hohe Priorität einzuräumen wie der Versorgung von akuten, lebensbedrohlichen Erkrankungen.
Spanien
1987 wurde die erste Palliativstation in einem Krankenhaus eröffnet. Ein erstes Hospital-Support-Team trat 1989 in Aktion. 1992 wurde die spanische Palliativgesellschaft (SECPAL) gegründet, die im Jahr 2004 an die 700 Mitglieder hatte. Zahlreiche Aus- und Fortbildungsprogramme zur Palliativmedizin finden an Universitäten und Ausbildungsstätten für Ärzte und Pflegepersonal statt, an sechs Universitäten gibt es einen Masterkurs Palliativmedizin. Ein Lehrstuhl für Palliativmedizin existiert bisher noch nicht. Die spanische Palliativgesellschaft führt momentan Gespräche, um Palliativmedizin in die Ausbildung aller Medizinstudenten mit ca. 50 Stunden aufzunehmen sowie Palliativmedizin als Subspezialisierung zu integrieren. Verschiedene palliativmedizinische Versorgungsprogramme wurden in Katalonien und der Region Estremadura entwickelt, ein wichtiges Anliegen ist es hier, das Sterben auch zu Hause zu ermöglichen.
Quelle: Klaschik E, Husebø S (2006) Palliativmedizin
Deutschland
Schon Ende der 60er-Jahre gab es über Seelsorger und Ärzte erste Kontakte zwischen Deutschland und den britischen Hospizen. Es dauerte aber bis Anfang der 80er-Jahre, ehe die Hospizidee in Form einer Palliativstation erstmals stationär umgesetzt wurde. Erst Ende der 80er- und Anfang der 90er-Jahre wurde aus den zaghaften Versuchen eine Bewegung. Die erste Professur für Palliativmedizin wurde im Wintersemester 1999/2000 an der Universität Bonn eingerichtet, eine weitere vier Jahre später in Aachen und eine dritte 2004 in Köln. Der Bundestag legte 2002 fest, den Begriff Palliativmedizin in die Ausbildung der Ärzte aufzunehmen. Die Disziplin ist aber leider nicht als Pflichtlehr- und Prüfungsfach berücksichtigt worden, sondern nur als optionales Fach. 2003 hat die Bundesärztekammer eine neue Weiterbildungsordnung verabschiedet, Palliativmedizin als eigenständige Zusatzweiterbildung anzuerkennen. Die Zusatzweiterbildung wurde von der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin empfohlen und beantragt. Diese umfasst in Ergänzung zu einer Facharztkompetenz die Behandlung und Begleitung von palliativmedizinischen Patienten.
Frankreich
Wie in Deutschland begann die Palliativmedizin in Frankreich zunächst zögerlich Ende der 70er-Jahre mit der öffentlichen Debatte um den als unwürdig erachteten Umgang mit dem Sterben und dem Tod in Krankenhäusern. Die erste Palliativstation wurde 1987 in Paris eröffnet. Entscheidende Förderung erhielt die Palliativmedizin 1991 durch das Krankenhausreformgesetz, indem sie neben der Prävention und der Heilung zur dritten Aufgabe der öffentlichen Krankenhäuser erklärt wurde. Palliativmedizin ist in Frankreich kein eigenständiges Fachgebiet und es gibt dafür keine Lehrstühle an den französischen Universitäten. Landesweit bieten seit 2004 alle Universitäten Module in Schmerztherapie und Palliativmedizin an, die Inhalte dieser Unterrichtseinheiten sind prüfungsrelevant. Als berufsbegleitende interdisziplinäre Fortbildung bieten 24 Universitäten ein «Diplôme Interuniversitaire de Soins Palliatifs» an.
Grossbritannien
Das 1967 in London gegründete St. Christopher's Hospice wird weltweit als das erste Hospiz der modernen Hospizbewegung angesehen. Die Hospizbewegung entwickelte sich in Grossbritannien von diesem Zeitpunkt an sehr rasch, sei es stationär, teilstationär oder ambulant. Alle medizinischen Fakultäten unterrichten Palliativmedizin, wobei das zeitliche Angebot sehr unterschiedlich ist, im Schnitt beträgt die Unterrichtszeit 20 Stunden. Seit 1987 ist die Palliativmedizin ein eigenständiges Fachgebiet und es besteht ein grosses Angebot für Aus-, Weiter- und Fortbildung. Zurzeit gibt es elf Lehrstühle für Palliativmedizin.
Niederlande
Bis 1995 gab es in den Niederlanden nur Einzelinitiativen, die die Palliativmedizin vorantrieben. Die innenpolitische Kritik an der Euthanasiepraxis hat die niederländische Regierung veranlasst, mehr Gewicht auf die Entwicklung der Palliativmedizin zu legen. Es werden nicht neue Institutionen wie Hospize errichtet, man legt vielmehr Wert darauf, die Hospizidee in bestehenden Einrichtungen zu verankern. Bisher wurden drei Lehrstühle für Palliativmedizin eingerichtet in Rotterdam, Nijmegen und Amsterdam. Palliativmedizin ist in den Niederlanden kein eigenständiges Fachgebiet, wird aber an einigen Universitäten unterrichtet, allerdings ohne einheitliches Curriculum. Im Gegensatz zu allen anderen Palliativgesellschaften hat die Niederländische Palliativgesellschaft sich nicht eindeutig gegen die Euthanasie ausgesprochen. Sie geht bisher davon aus, dass Palliativmedizin und Euthanasie sich nicht gegenseitig ausschliessen. In dieser Hinsicht unterscheidet sich die Einstellung der Niederländer und auch der Belgier wesentlich von allen anderen europäischen Ländern. Das Ministerium für Gesundheit hofft, durch eine Weiterentwicklung der Palliativmedizin die Anzahl der Euthanasiefälle zu verringern.
Norwegen
Norwegen hat sich frühzeitig der Palliativmedizin zugewandt und von Anfang an den grössten Wert auf Aus- und Fortbildung gelegt. Seit 1984 erhalten alle norwegischen Studenten an den Universitäten die Grundprinzipien der Palliativmedizin vermittelt und Palliativmedizin ist an allen Universitäten Pflichtlehr- und Prüfungsfach, allerdings nach unterschiedlichen Curricula. Auch müssen seit 1984 alle approbierten Ärzte Fortbildungen in der Palliativmedizin nachweisen. Seit dem Wintersemester 2003/2004 wird der Nordic Spezialist Course in Palliative Medicine angeboten, ein multinationales Fortbildungsdiplom. Beteiligt daran sind Dänemark, Finnland, Island, Norwegen und Schweden. Ein weiterer Schwerpunkt war die Einführung von Support-Teams zur Unterstützung der ambulanten und stationären Versorgung. Da der Schwerpunkt im ambulanten Bereich und bei den Konsiliarteams liegt, wurde die erste Palliativstation erst 1995 eröffnet. Die erste Ernennung eines Professors für Palliativmedizin erfolgte in Norwegen 1994, weitere sollen eingerichtet werden.
Österreich
Die Hospizbewegung und die Palliativmedizin haben sich in Österreich erst spät entwickelt. Das erste Hospiz wurde 1991 in Wien eröffnet. In den letzten Jahren haben die Hospizbewegung und die Palliativmedizin eine enorme Entwicklung durchgemacht. 1993 wurde der Dachverband Hospiz Österreich gegründet und 1999 die Österreichische Palliativgesellschaft, die zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin die Zeitschrift für Palliativmedizin herausgibt. Inzwischen gibt es in Österreich ein intensives Aus-, Fort- und Weiterbildungsangebot. Das Institut Forschung und Fortbildung der Universitäten Klagenfurt, Wien, Innsbruck und Graz (IFF) bietet weiterhin sehr etabliert einen Lehr- und Forschungsschwerpunkt Palliative Care und Organisations-Ethik an. Palliativmedizin ist in Österreich kein eigenständiges Fachgebiet und es gibt bisher keinen Lehrstuhl für Palliativmedizin.
Polen
Polen hat sich sehr frühzeitig mit der Hospizidee und der Palliativmedizin auseinander gesetzt. Die Polnische Gesellschaft für Palliativmedizin wurde 1989 gegründet. Palliativmedizin ist ein eigenständiges Fachgebiet und es wurden sechs Lehrstühle für Palliativmedizin eingerichtet. Elf der zwölf medizinischen Fakultäten bieten Unterricht in Palliativmedizin an, an den meisten Fakultäten ist dieser Teil der Ausbildung obligatorisch und Prüfungsgegenstand. Ebenfalls wurde Palliativmedizin in den Pflegeausbildungen verankert. Die Entscheidungsträger im polnischen Gesundheitssystem haben ein grosses Interesse an einer weiteren Förderung der Palliativmedizin. So gibt es seit 2003 ein neues Gesetz über die Gesundheitsversorgung, das die Sicherstellung von Palliative Care fordert und regelt, dass der Nationale Gesundheitsfond im Regelfall auch in nichtstaatlichen Einrichtungen die Kosten zu tragen hat.
Schweden
Die Palliativmedizin begann in Schweden in den 70er-Jahren, hat sich aber seit Anfang der 90er-Jahre so rasch weiterentwickelt, dass es nicht möglich ist, einen vollständigen Überblick über die bestehenden Institutionen und Programme zu geben. Die Versorgung von Patienten im fortgeschrittenen Stadium von Erkrankungen liegt in der Verantwortung der Gemeinden und ist somit primär Teil des Gesundheitswesens. Die Betreuung zu Hause hat zum Teil einen hohen Standard erreicht, da sich die Hausbetreuungsdienste während der 90er-Jahre sehr weit entwickelt haben. Studenten erhalten rund zehn Stunden Unterricht in Palliativmedizin. Palliativmedizin ist in Schweden kein eigenständiges Fachgebiet. Es gibt aber eine grosse Anzahl von Ausbildungsprogrammen für alle in die Palliativmedizin involvierten Berufsgruppen. 1997 wurde der erste Lehrstuhl für Palliativmedizin an der Universität Linköping eingerichtet. Inzwischen hat die schwedische Regierung offiziell beschlossen, der Palliativmedizin im Gesundheitssystem die gleich hohe Priorität einzuräumen wie der Versorgung von akuten, lebensbedrohlichen Erkrankungen.
Spanien
1987 wurde die erste Palliativstation in einem Krankenhaus eröffnet. Ein erstes Hospital-Support-Team trat 1989 in Aktion. 1992 wurde die spanische Palliativgesellschaft (SECPAL) gegründet, die im Jahr 2004 an die 700 Mitglieder hatte. Zahlreiche Aus- und Fortbildungsprogramme zur Palliativmedizin finden an Universitäten und Ausbildungsstätten für Ärzte und Pflegepersonal statt, an sechs Universitäten gibt es einen Masterkurs Palliativmedizin. Ein Lehrstuhl für Palliativmedizin existiert bisher noch nicht. Die spanische Palliativgesellschaft führt momentan Gespräche, um Palliativmedizin in die Ausbildung aller Medizinstudenten mit ca. 50 Stunden aufzunehmen sowie Palliativmedizin als Subspezialisierung zu integrieren. Verschiedene palliativmedizinische Versorgungsprogramme wurden in Katalonien und der Region Estremadura entwickelt, ein wichtiges Anliegen ist es hier, das Sterben auch zu Hause zu ermöglichen.
Quelle: Klaschik E, Husebø S (2006) Palliativmedizin
palliativpflege - 18. Feb, 17:50
