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Todesrasseln

Ich erhielt letzte Woche eine Frage via E-Mail von Frau K. aus Deutschland, was mich dazu bewogen hat, in meinem Blog eine neue Rubrik für Feedbacks und Fragen zu machen.
Ziel ist es, in dieser Rubrik auf Fragen eine Antwort zu geben. Man kann mir auch zum Blog bzw. zu einem Text einfach ein Feedback geben.

Hier die Frage
Liebe Frau Kathriner,
mein lieber Opa ist letzten Samstag nach 3jaehriger Krankheit gestorben. Wir waren bei ihm, und das erste Mal im Leben mit Symptomen wie Todesrasseln konfrontiert. Sein Herz schlug sehr schnell und er war unruhig; so schwach, dass er sich nicht mehr gross bewegen oder sprechen konnte. Ich mache mir Vorwürfe, den Arzt nicht mehr dazu gedrängt zu haben, geeignete Medikamtente zur Linderung zu geben. Oder vielleicht hat Opa auch nicht so gelitten wie wir es evtl. wahrnehmen?
Wir haben alle ein Trauma von Samstag, die Bilder kommen immer wieder hoch.
Empfindet ein sterbender Mensch sehr grosse Schmerzen? Er stöhnte immer mal wieder, wir versuchten Linderung mit Kissen und Umlagern und Mundbefeuchtung zu geben.
Über eine Antwort von Ihnen würde ich mich sehr freuen,
Ihre Eva K.

Meine Antwort
Liebe Frau K.
Ich kann mir Ihre Gedanken gut vorstellen, dass Sie sich Vorwürfe machen, etwas versäumt oder vielleicht nicht alle medizinischen Möglichkeiten für Ihren Opa ausgeschöpft zu haben. Es sind Fragen, die sich Angehörige von sterbenden Menschen oft stellen. Ich denke aber, Sie haben schon sehr vieles für Ihren Opa getan mit dem Umlagern und der Mundbefeuchtung sowie dem Aushalten dieser sehr schwierigen Situation.

Beim Todesrasseln, einem Symptom der letzten Lebenszeit, befinden sich die meisten Patienten gerade in den letzten Stunden des Lebens in einer Phase der eingeschränkten Wahrnehmung. Es wird davon ausgegangen, dass dieses Symptom keinen erhöhten Leidensdruck für den Patienten darstellt.
Das zum Teil sehr laute Geräusch weckt bei den Angehörigen und Pflegenden unangenehme Assoziationen, die in starkem Kontrast zu den eigenen Bildern eines ruhigen und friedvollen Versterbens stehen. Dies kann eine Hilflosigkeit bei gleichzeitigem Wunsch, helfen zu wollen, auslösen und sogar so weit führen, die belastende Situation verlassen zu wollen, was folglich wiederum Schuldgefühle auslösen kann.

In meinem Pflegealltag erlebe ich manchmal, dass auch beste Palliative Care nicht immer alles Leiden und alle Symptome von einem Sterbenden lindern kann. Auch räumt sie die Komplexität, die Trauer und die Betroffenheit rund ums Sterben nicht einfach aus dem Weg. Jedoch trägt sie dazu bei, die Qualität des Lebens bis zum Tod zu verbessern, und bereichert mich persönlich sehr oft.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort etwas weitergeholfen zu haben.
Liebe Grüsse
Sibylle Kathriner

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