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Dienstag, 31. Juli 2007

Bekannte Fälle von Sterbehilfe

Beschrieben wird hier „nur“ eine Auswahl von Fällen der Sterbehilfe, die weltweit Diskussionen sowie Gesetzesänderungen auslösten.
Dadurch wird ersichtlich, in welchem grossen Spannungsfeld sich die Sterbehilfe weltweit befindet, nämlich zwischen
• Gesetz und Selbstbestimmung,
• staatlichem Anspruch und individuellen Persönlichkeitsrechten,
• staatlichem Strafanspruch,
• medizinischen Möglichkeiten und Menschenwürde sowie
• Selbstbestimmung und religiösen Aspekten.

Inmaculada Echevarría, eine 51-jährige Andalusierin, litt unter einem unheilbaren Muskelschwund und hatte darum gebeten, das Beatmungsgerät abzustellen. Der Fall löste in Spanien eine heftige Debatte über Sterbehilfe aus.
Eine einberufene Ethikkommission beschäftigte sich eingehend mit dem Fall der Andalusierin und sprach sich dafür aus, dem Wunsch der Patientin nachzukommen. Inmaculada Echevarria starb am 15. März 2007.
mehr DIE ZEIT online


Piergiorgio Welby, geb. 26. Dezember 1945.
Er wurde bekannt, als er 2006 in Italien eine öffentliche Diskussion um Sterbehilfe anstiess. In Italien ist sowohl die aktive als auch die passive Sterbehilfe strafrechtlich verboten.
Der 60-jährige Römer litt seit über 40 Jahren unter einer progressiven Muskeldystrophie.
2006 befand sich Welby im letzten Krankheitsstadium, war fast vollständig gelähmt und konnte nicht mehr sprechen. Zudem benötigte er seit zehn Jahren ein Beatmungsgerät.
Im September 2006 wandte sich Welby mit seinem Wunsch, sterben zu dürfen, an ein Zivilgericht in Rom und in einem offenen Brief an den italienischen Staatspräsidenten Giorgio Napolitano. Napolitano antwortete und rief dazu auf, eine politische Debatte über das Thema zu führen.
Am 16. Dezember 2006 lehnte das zuständige Gericht in Rom seinen Antrag auf passive Sterbehilfe ab.
Piergiorgio Welby starb am 20. Dezember 2006 mit Hilfe seines Arztes, der Welby ein Betäubungsmittel verabreichte und dann das Beatmungsgerät abschaltete.
mehr Wikipedia: Piergiorgio Welby
mehr Welt.de


Terri Schiavo, geb. 3. Dezember 1963, eine US-Amerikanerin aus Saint Petersburg (Florida), erlitt nach einem Zusammenbruch eine durch Sauerstoffmangel ausgelöste schwere Gehirnschädigung und befand sich in der Folge von 1990 bis zu ihrem Tod 15 Jahre lang im Wachkoma.
Der Ehemann akzeptierte die Diagnose der Ärzte, nachdem anfängliche Behandlungsversuche erfolglos geblieben waren. Die Eltern hatten dagegen weiterhin die Hoffnung, es könne möglich sein, eine Besserung des Zustands ihrer Tochter zu erreichen. Aus dieser unterschiedlichen Einschätzung ergab sich ein erbittert geführter Streit um die Behandlung von Schiavo: Während sich der Ehemann auf den, seiner Aussage nach, oft geäusserten Wunsch Schiavos berief, bei unheilbarer Krankheit nicht künstlich am Leben erhalten zu werden, und er somit die Behandlung einschliesslich der künstlichen Ernährung abbrechen wollte, bestanden die Eltern darauf, die Behandlung auf jeden Fall fortzusetzen, um jede Chance auf Heilung nutzen zu können.
Schiavos Ehemann klagte schliesslich die Einstellung der künstlichen Ernährung und damit 2005 den Tod seiner Ehefrau vor einem US-amerikanischen Gericht ein.
Terri Schiavo starb am 31. März 2005 im Alter von 41 Jahren.
mehr Wikipedia: Terri Schiavo


Ramón Sampedro, geb. 5. Januar 1943, war ein spanischer Seemann, der im August 1969 von einer Klippe aus ins Meer sprang und durch die Verletzungen infolge des Aufpralls im seichten Wasser vom Hals abwärts gelähmt war (Tetraplegie). Bekannt wurde Sampedro durch seinen jahrelangen Kampf um das Recht auf aktive Sterbehilfe, wobei er allerdings 1993 eine juristische Niederlage hinnehmen musste.
Er starb durch die Hilfe einer Freundin, die ihm den Suizid durch die Bereitstellung eines Glases Zyankali-Wasserlösung, das Sampedro mit einem Strohhalm trank, ermöglichte. Dies galt zum Zeitpunkt der Tat als Beihilfe zum Suizid und war strafbar. Erst nach Ablauf der Verjährungsfrist gestand sie im Januar 2005 ihre Tat.
mehr Wikipedia: Ramón Sampedro


Vincent Humbert, ein damals 19-jähriger Franzose, der seit dem 4. September 2000 gelähmt (Tetraplegie) und blind war, bat im Dezember 2002 um Sterbehilfe. Diese wurde ihm von offizieller französischer Seite nicht gewährt. Seine Mutter spritzte ihm daraufhin im September 2003 Natriumpentobarbital. Er fiel in ein Koma. Daraufhin schalteten die Ärzte die lebenserhaltenden Maschinen ab. Er verstarb im Alter von 22 Jahren.
mehr Wikipedia: Vincent Humbert

Quellen:
Wikipedia: Sterbehilfe

DIE ZEIT online
Welt.de

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